Kalkhaltiges Wasser und Haare: Was Kalk wirklich mit der Haarfaser macht

Kalkhaltiges Wasser und Haare vertragen sich schlecht, und der Grund ist einfach: Die gelösten Calcium- und Magnesium-Ionen lagern sich bei jeder Wäsche auf der Faser ab, heben die Schuppenschicht an und hinterlassen einen mineralischen Film, den Shampoo nicht wegwäscht. Das Ergebnis sind raue, glanzlose Haare, die sich schlecht kämmen lassen und leichter brechen, vor allem dort, wo das Wasser als hart gilt, also über 14 °dH.
In Nürnberg liegt das Leitungswasser im Schnitt bei rund 18 °dH, und die Stadtwerke München messen im Mittel 15,8 °dH, nach dem Wasch- und Reinigungsmittelgesetz also „hart“. Bei Ondée entwickeln wir einen Wasserfilter für die Dusche, und wir sagen es lieber gleich: Er entfernt keinen Kalk. Hier lesen Sie, was hartes Wasser mit Ihren Haaren tatsächlich macht, und was in welcher Reihenfolge hilft.
Warum schadet kalkhaltiges Wasser den Haaren?
Kalk schadet den Haaren, weil er an ihnen haften bleibt. Hartes Wasser enthält positiv geladene Calcium-Ionen (Ca²⁺) und Magnesium-Ionen (Mg²⁺), während die Haaroberfläche negativ geladen ist, sobald der pH-Wert über 3,67 liegt, ihrem isoelektrischen Punkt (Gavazzoni Dias, International Journal of Trichology, 2015). Die beiden ziehen sich an. Bei jeder Dusche bleibt ein Teil dieser Mineralien an der Schuppenschicht hängen.
Klassische Tenside in Shampoos, also Sulfate und Seifen, reagieren mit dem Calcium zu unlöslicher Kalkseife. Das ist derselbe graue Belag, den Sie von der Duschwand kennen. Deshalb schäumt Shampoo in hartem Wasser weniger: Ein Teil des Waschmittels wird gebunden, bevor er überhaupt reinigen kann, und der Rest setzt sich auf der Faser ab.
In hartem Wasser lagert jede Haarwäsche ein wenig mehr Mineralien ab, als sie entfernt. Nicht die einzelne Dusche macht die Haare rau und stumpf, sondern die Ansammlung über Wochen.
- Mineralischer Belag: Calcium und Magnesium setzen sich auf der Schuppenschicht fest und bilden einen rauen Film.
- Abstehende Schuppen: Der Film verhindert, dass sich die Schuppenschicht flach schließt. Das Licht wird nicht mehr gleichmäßig reflektiert, das Haar wirkt matt.
- Weniger Schaum: Calcium bindet einen Teil der Tenside, Sie nehmen mehr Produkt und spülen schlechter aus.
- Hitze: Calciumcarbonat fällt bei Wärme stärker aus, wie im Wasserkocher. Sehr heißes Duschen lagert also mehr ab.
- Summeneffekt: Die Ablagerungen addieren sich Wäsche für Wäsche, bis ein gezielter Schritt sie wieder löst.
Woran erkennen Sie Haare, die unter hartem Wasser leiden?
Haare, die unter hartem Wasser leiden, haben ein typisches Profil: sauber, aber schwer, rau beim Anfassen, stumpfe Haare selbst nach einer Kur. Das deutlichste Zeichen bleibt das Shampoo, das kaum schäumt, denn es zeigt direkt, dass viel Calcium im Wasser ist.
Bei Ondée sehen wir, dass viele Menschen, die uns wegen Haaren schreiben, die „trotz aller Masken glanzlos“ bleiben, in Regionen mit hartem Wasser wohnen, und dass sie oft dreimal das Shampoo gewechselt haben, bevor sie auf ihr Wasser geschaut haben. Am Produkt liegt es selten. Am Wasser oft.
Die häufigsten Anzeichen, in der Reihenfolge, in der sie auftreten:
- Wenig Schaum: Sie brauchen zwei Portionen Shampoo, wo anderswo eine reicht.
- Strohiges Gefühl: Die Längen quietschen im trockenen Zustand zwischen den Fingern.
- Schwer kämmbar: Die abstehenden Schuppen verhaken sich, besonders im Nacken.
- Spitzen, die abbrechen: Die Faser wird weniger elastisch und bricht an der Bürste, statt nachzugeben. Mehr dazu im Ratgeber zu Haarbruch.
- Spannende Kopfhaut: Der Mineralfilm setzt sich auch auf der Haut ab, ein Thema, das wir unter Kalk und Haut genauer behandeln.
Ein einfacher Test: Spülen Sie nach Ihrem üblichen Shampoo zum Schluss mit einem Liter destilliertem Wasser nach, wie man es fürs Bügeleisen kauft. Fühlen sich die Haare nach dem Trocknen deutlich anders an, liegt es an Ihrem Wasser. Und wenn der Wasserkocher nach zwei Wochen weiß belegt ist, bekommen Ihre Haare dasselbe Wasser ab.

Was sagen Studien wirklich über hartes Wasser und Haare?
Es gibt nur wenige Studien, sie sind klein, und sie kommen nicht alle zum selben Ergebnis. Umso wichtiger, sie so zu lesen, wie sie sind, statt zu wiederholen, Kalk „zerstöre“ die Haare.
2013 legte ein indisches Team um Srinivasan die Haare von 15 Freiwilligen 30 Tage lang in Wasser mit 212,5 ppm Calciumcarbonat, das sind rund 12 °dH, oder in destilliertes Wasser mit 10 ppm. Ergebnis: kein signifikanter Unterschied bei der Reißfestigkeit, wie die Studie im International Journal of Trichology berichtet. Dieselben Forscher legten 2016 mit dem Elektronenmikroskop nach (International Journal of Dermatology): Die in hartem Wasser gewaschenen Strähnen enthielten 0,804 % Calcium statt 0,26 %, ihre mittlere Dicke lag bei 72,78 µm statt 78,14 µm, mit einer „aufgerauten“ Oberfläche.
2018 verglich dann eine pakistanische Studie mit 70 Männern drei Gruppen von Haarproben: unbehandelt, entionisiertes Wasser und hartes Wasser. Die mit hartem Wasser behandelten Haare hielten 234,16 N/mm² aus, die mit entionisiertem Wasser 254,84 N/mm², also rund 8 % weniger (P = 0,001; Luqman et al., International Journal of Trichology). Die neueren Arbeiten sprechen also für eine geschwächte Faser, nicht für eine zerstörte.
- Belegt: messbare Calcium- und Magnesium-Ablagerungen, eine rauere Oberfläche, etwas geringere mechanische Festigkeit.
- Wahrscheinlich: mehr Bruch beim Bürsten, gefärbtes Haar reagiert empfindlicher, weil es poröser ist.
- Nicht belegt: Haarausfall durch kalkhaltiges Wasser. Wer büschelweise Haare verliert, gehört zur Hautärztin oder zum Hautarzt.
Unsere Haltung bei Ondée: Kalk schwächt die Haare, er lässt sie nicht ausfallen. Und mehr Bruch an ohnehin trockenen Längen reicht völlig aus, um in einer Stadt mit sehr hartem Wasser das Gefühl zu haben, man „verliere“ Haare.

Wie hart ist Ihr Wasser? Die Wasserhärte Stadt für Stadt
In Deutschland und Österreich wird die Wasserhärte in Grad deutscher Härte (°dH) angegeben: 1 °dH entspricht 10 mg Calciumoxid pro Liter. Das Wasch- und Reinigungsmittelgesetz kennt drei Härtebereiche: weich unter 8,4 °dH, mittel von 8,4 bis 14 °dH, hart über 14 °dH. Jeder Versorger muss seinen Härtebereich mindestens einmal im Jahr veröffentlichen. Für Ihre Haare werden die Ablagerungen etwa ab dem Bereich „hart“ deutlich spürbar.
Den Richtwert für Ihren Ort finden Sie mit Ihrer Postleitzahl auf unserer Seite zur Wasserhärte nach PLZ. In der Schweiz rechnet man übrigens in französischen Härtegraden (°fH): 1 °dH entspricht 1,78 °fH.
Die Tabelle zeigt die Richtwerte, die wir für große Städte veröffentlichen. Innerhalb einer Stadt kann der Wert je nach Wasserwerk schwanken, prüfen Sie also immer die Angabe Ihres Versorgers.
| Stadt | Härte (°dH) | Härtebereich | Wirkung auf die Haare | Was hilft |
|---|---|---|---|---|
| Nürnberg | 18 | Hart | Schneller Mineralfilm, sehr wenig Schaum | Klärshampoo alle zwei Wochen und saure Rinse |
| Berlin | 17 | Hart, je nach Bezirk | Raue Längen, Farbe verblasst schneller | Saure Rinse bei jeder Wäsche |
| München | 15 (SWM: im Mittel 15,8) | Hart | Stumpf, schwer kämmbar | Klärshampoo einmal im Monat, lauwarmes Wasser |
| Frankfurt am Main | 15 | Hart | Brüchige Spitzen bei feinem Haar | Letzte Spülung mit destilliertem Wasser |
| Hamburg | 14 | Mittel | Langsame Ablagerung, nach Monaten sichtbar | Klärshampoo einmal im Monat |
| Düsseldorf | 12 | Mittel | Wenig Wirkung, außer bei gefärbtem Haar | Gelegentlich saure Rinse |
| Stuttgart | 9 | Mittel (Bodenseewasser) | Kaum spürbar | Gewohnte Routine |
| Bremen | 8 | Weich | Keine, Kalk ist hier kein Thema | Gewohnte Routine |
| Wien | 6 bis 12, in einzelnen Bezirken bis 20 | Weich bis mittel | Meist gering, Hochquellwasser aus den Alpen | Gewohnte Routine, Bezirk prüfen |
- Ab etwa 17 °dH: Ablagerungen in wenigen Wochen sichtbar, ein lösender Schritt ist Pflicht.
- Zwischen 11 und 17 °dH: Die Wirkung ist real, aber schleichend. Ein Klärshampoo im Monat reicht oft.
- Unter 8,4 °dH: Wenn Ihre Haare trotzdem stumpf sind, suchen Sie die Ursache bei Reibung, Hitze oder, falls Ihr Versorger chlort, beim Chlor, nicht beim Kalk.
Entfernt ein Duschfilter Kalk aus den Haaren?
Nein. Kein Duschfilter, unserer eingeschlossen, entfernt Kalk oder macht Wasser weicher. Gelöster Kalk ist kein Partikel, den man zurückhalten könnte: Es sind Ionen in Lösung, und die fließen durch Aktivkohle, Mineralkugeln oder KDF wie durch ein Sieb.
Was ein Duschfilter kann: Chlor, Gerüche und einen Teil der Schwebstoffe zurückhalten. Viele deutsche Versorger liefern ihr Wasser ganz ohne Chlorung, andere chloren dauerhaft oder zeitweise, etwa nach Bauarbeiten. Ob das bei Ihnen so ist, steht in der Trinkwasseranalyse Ihres Versorgers (mehr dazu in unserem Ratgeber zu Chlor im Trinkwasser). Wo gechlort wird, geht ein Teil des Chlors unter heißem Wasser in den Dampf über und greift die Schuppenschicht ebenfalls an, daher der Schwimmbadgeruch und das strohige Haar nach dem Duschen.
Unser Duschkopf mit Filter kombiniert eine Aktivkohlefaser mit einem Vitamin-C-Kern, der restliches Chlor neutralisiert. Er wirkt also auf einen der beiden Faktoren, die Haare unter der Dusche stumpf machen, das Chlor, falls Ihr Versorger chlort, und auf den anderen nicht. Wer Ihnen einen Duschkopf „gegen Kalk“ verkauft, verkauft ein Wort, kein Ergebnis.
Bei Ondée sehen wir die Wirkung des Kalks übrigens an unseren eigenen Kartuschen: In sehr hartem Wasser lässt der Durchfluss früher nach, weil sich Carbonat in der Aktivkohlefaser absetzt. Deshalb empfehlen wir, die Kartusche ab 17 °dH etwa alle 2 Monate zu wechseln, sonst etwa alle 3 Monate. Und die weißen Spuren an der Duschwand bleiben: das ehrlichste Zeichen dafür, dass der Kalk durchgeht. Gegen diese Spuren hilft nur eins: den Duschkopf entkalken, und zwar regelmäßig.
- Duschfilter: Chlor, Gerüche, Schwebstoffe. Keine Wirkung auf die Wasserhärte.
- Enthärtungsanlage: die einzige Installation, die den °dH-Wert wirklich senkt, per Ionenaustausch.
- Haarpflege-Schritte: Sie ändern das Wasser nicht, lösen aber die Ablagerungen, die schon da sind.

Was hilft gegen kalkhaltiges Wasser in den Haaren, und in welcher Reihenfolge?
Gegen kalkhaltiges Wasser in den Haaren gibt es zwei Arten von Lösungen: solche, die das Wasser verändern (genau eine, die Enthärtungsanlage), und solche, die die Ablagerungen nachträglich lösen, vom Hausmittel bis zum Shampoo. Die meisten Ratgeber werfen beides zusammen. Wer sie nach ihrer tatsächlichen Wirkung sortiert, kauft kein Produkt für ein Problem, das es nicht löst.
Die Tabelle fasst zusammen, was jede Lösung kann und was nicht. Unser Duschkopf steht ganz oben, mit zwei ehrlichen „Nein“.
| Lösung | Senkt die Härte? | Löst Ablagerungen am Haar? | Wirkt auf Chlor? | Häufigkeit und Kosten |
|---|---|---|---|---|
| Ondée Duschkopf mit Filter (Aktivkohle und Vitamin C) | Nein | Nein | Ja, wo gechlort wird | 99 €, Kartusche alle 2 bis 3 Monate |
| Enthärtungsanlage (Ionenaustausch) | Ja | Indirekt, keine neuen Ablagerungen | Nein | Am Hausanschluss, Regeneriersalz nachfüllen |
| Saure Rinse (verdünnter Apfelessig oder Zitronensäure) | Nein | Ja, frische Ablagerungen | Nein | 1 bis 2 Mal pro Woche, ein paar Cent |
| Klärshampoo (Clarifying Shampoo) | Nein | Ja, angesammelte Ablagerungen | Nein | Alle 2 bis 4 Wochen |
| Shampoo oder Pflege mit Chelatbildnern (EDTA, Zitronensäure) | Nein | Ja, hartnäckige Ablagerungen und Metalle | Teilweise | Monatlich, vor einer Coloration |
| Letzte Spülung mit destilliertem Wasser | Ja, nur für diese Spülung | Nein, verhindert die letzte Ablagerung | Ja, für diese Spülung | 1 Liter pro Wäsche, aus dem Drogeriemarkt |
Die Enthärtungsanlage bleibt die einzige Antwort auf die Ursache. Sie tauscht Calcium und Magnesium im ganzen Haus gegen Natrium, und die Hersteller empfehlen, eine gewisse Resthärte einzustellen, um die Leitungen zu schonen. Das ist eine echte Investition, und in einer Mietwohnung lässt sie sich meist nicht einfach einbauen. Wenn Sie zur Miete wohnen oder Ihr Wasser im mittleren Bereich liegt, reichen die folgenden Hausmittel und Schritte in den meisten Fällen.
- Saure Rinse: ein Esslöffel Apfelessig auf 500 ml Wasser, am Ende der Dusche über die Längen gießen, dann kurz ausspülen. Die Säure löst frische Ablagerungen und schließt die Schuppenschicht. Alles zur Dosierung in unserem Ratgeber zur Apfelessig-Spülung. Zitronensäure aus dem Drogerieregal funktioniert nach demselben Prinzip.
- Klärshampoo: Es löst den Mineralfilm und Reste von Stylingprodukten. Nicht öfter als alle zwei Wochen, weil es auch den Talg entfernt.
- Chelatbildner: EDTA, Zitronensäure oder Natriumphytat binden Calcium-Ionen und Metalle, auch Kupfer. Ein Blick auf die INCI-Liste zeigt, ob ein Shampoo gegen kalkhaltiges Wasser sie wirklich enthält.
- Destilliertes Wasser: die günstigste und am meisten unterschätzte Lösung. Ein Liter für die letzte Spülung, und Ihre Haare trocknen ohne den Film des letzten Wasserstrahls.

Gefärbte, blonde oder blondierte Haare: Warum sie stärker unter Kalk leiden
Gefärbte oder blondierte Haare leiden stärker unter kalkhaltigem Wasser, weil ihre Schuppenschicht bereits geöffnet ist. Poröse Haare halten mehr Mineralien fest, und jede zusätzliche Ablagerung lässt die Farbe etwas schneller verblassen.
Coloristen kennen den Mechanismus: Die Pigmente sitzen im Cortex, geschützt von der Schuppenschicht. Bleiben die Schuppen durch einen Calciumfilm angehoben, wandern die Pigmente beim Waschen aus, und Braun zieht ins Kupferne. Blondes Haar hat ein zusätzliches Problem: Der Mineralfilm lässt den Ton gelblich wirken, und wenn Ihre Leitungen Kupfer abgeben, kann Blond sogar grünlich werden. Dieser Grünstich kommt vom Kupfer, nicht vom Kalk, aber der Kalk hilft dem Kupfer, sich festzusetzen.
Ein Satz für den Heimweg vom Friseur: Eine Farbe auf einer mit Mineralien beladenen Faser hält schlechter und kürzer, die Vorbereitung zählt also so viel wie das Produkt.
- Vor der Coloration: ein Shampoo mit Chelatbildnern, damit das Pigment auf einer sauberen Faser haftet.
- Nach der Coloration: saure Rinse ab der zweiten Wäsche, lauwarmes Wasser, nie sehr heißes Wasser auf die Längen.
- Blondes und blondiertes Haar: in Städten über 14 °dH destilliertes Wasser als letzte Spülung, der wirksamste Schritt gegen den Gelbstich.
- Lockiges oder krauses Haar: Die Faser ist von Natur aus trockener, Ablagerungen machen sich schneller bemerkbar. Klärshampoo seltener, Pflege großzügiger.
Die Haarroutine, die bei hartem Wasser wirklich funktioniert
Bei hartem Wasser beruht eine gute Haarroutine auf drei Reflexen: weniger ablagern (lauwarmes Wasser, mildes Shampoo), regelmäßig lösen (Klärshampoo, saure Rinse) und die Faser zwischen zwei Wäschen schützen. Den letzten Punkt vergessen fast alle, dabei vollendet die Reibung in der Nacht, was der Kalk begonnen hat.
Warum die Nacht so wichtig ist? Weil ein Haar mit abstehenden Schuppen am Baumwollkissen hängen bleibt, sich verdreht und in den acht Stunden, in denen Sie sich bewegen, bricht. Daher auch der Frizz am Morgen. Eine Seidenhaube aus Maulbeerseide mit 22 Momme verringert diese Reibung, und viele unserer Kundinnen in Regionen mit hartem Wasser erzählen, dass sie mit weniger Knoten aufwachen. Die Haube behandelt keinen Kalk, sie schützt mechanisch eine bereits geschwächte Faser, und das verändert den Morgen.
Unsere Routine ab etwa 14 °dH:
- Waschen: 2 bis 3 Mal pro Woche, lauwarm, mit einem sulfatfreien Shampoo, das weniger Kalkseife bildet. Wie oft Sie Ihre Haare waschen, hängt außerdem von Ihrer Kopfhaut ab.
- Saure Rinse: bei jeder Wäsche ab 17 °dH, bei jeder zweiten zwischen 11 und 17 °dH.
- Klärshampoo: alle zwei Wochen ab 17 °dH, sonst einmal im Monat.
- Letzte Spülung: lauwarm oder kühl, bei gefärbtem Haar ein Liter destilliertes Wasser.
- Trocknen: Mikrofaser, ohne zu rubbeln, Föhn auf mittlerer Stufe.
- Nacht: Haube oder Kissenbezug aus Seide, Haare offen oder locker geflochten.
- Chlor: Duschkopf mit Filter, wenn es unter der heißen Dusche nach Schwimmbad riecht, im Wissen, dass er dieses Problem löst und nicht die Härte.
Wenn Sie diese Routine einen Monat lang durchhalten, verändert sich das Gefühl meist ab der zweiten Woche, und der Glanz kommt zurück, sobald die Ablagerungen weg sind. Wenn sich gar nichts tut, prüfen Sie Ihre Wasserwerte. Bei einer juckenden oder schuppenden Kopfhaut gehen Sie zur Hautärztin oder zum Hautarzt: Kalk verstärkt ein Unbehagen, er verursacht keine Krankheit. Und wenn die Längen trotz allem schlaff und kraftlos bleiben, haben Sie womöglich platte Haare durch zu viel Pflege: Dafür gibt es einen eigenen Ratgeber.
Häufige Fragen zu kalkhaltigem Wasser und Haaren
Führt kalkhaltiges Wasser zu Haarausfall?
Nein, keine Studie belegt, dass kalkhaltiges Wasser Haarausfall verursacht. Die veröffentlichten Arbeiten messen Calcium- und Magnesium-Ablagerungen auf der Faser, eine rauere Oberfläche und, in der Studie von 2018 mit 70 Männern, eine um rund 8 % geringere Reißfestigkeit. Kalk schwächt die Faser also und erhöht den Bruch beim Bürsten, was den Eindruck erwecken kann, man verliere mehr Haare. Echter Haarausfall, büschelweise oder in kahlen Stellen, hat andere Ursachen und gehört in die Hände einer Hautärztin oder eines Hautarztes, nicht in die Shampoo-Abteilung.
Welche Hausmittel helfen gegen Kalk in den Haaren?
Das wirksamste Hausmittel ist eine saure Rinse: ein Esslöffel Apfelessig auf 500 ml Wasser, nach dem Shampoo über die Längen gegossen, dann kurz ausgespült. Zitronensäure wirkt nach demselben Prinzip. Die Säure löst frische Mineralablagerungen und schließt die Schuppenschicht, das Haar glänzt mehr. Für Ablagerungen, die sich über Monate angesammelt haben, erledigt ein Klärshampoo alle zwei Wochen die Hauptarbeit. Und um die letzte Ablagerung zu vermeiden, spülen Sie zum Schluss mit einem Liter destilliertem Wasser, besonders bei gefärbtem Haar.
Schützt ein Duschkopf mit Filter die Haare vor Kalk?
Nein, ein Duschkopf mit Filter schützt die Haare nicht vor Kalk, weil gelöster Kalk durch jeden Duschfilter fließt, ob Aktivkohle, Mineralkugeln oder KDF. Nur eine Enthärtungsanlage am Hausanschluss senkt die Härte wirklich. Was ein Duschkopf mit Filter wie der von Ondée leistet: Er hält Chlor, Gerüche und einen Teil der Schwebstoffe zurück. Das hilft Haaren, die unter gechlortem Wasser stumpf werden, falls Ihr Versorger chlort. Ist Ihr Problem rein der Kalk, brauchen Sie eine Enthärtungsanlage oder Pflegeschritte, die die Ablagerungen lösen.
Welches Shampoo hilft bei kalkhaltigem Wasser?
Bei kalkhaltigem Wasser helfen zwei Arten von Shampoo, im Wechsel eingesetzt. Für den Alltag ein mildes, sulfatfreies Shampoo, das weniger Kalkseife bildet. Dazu alle zwei bis vier Wochen ein Klärshampoo oder ein Shampoo mit Chelatbildnern wie EDTA, Zitronensäure oder Natriumphytat, die Calcium binden und den Mineralfilm lösen. Achten Sie auf die INCI-Liste statt auf die Werbung. Ab etwa 17 °dH ergänzen Sie die Wäsche mit einer sauren Rinse. Kein Shampoo macht das Wasser weicher, es kann nur die Ablagerungen entfernen.
Schadet kalkhaltiges Wasser gefärbten Haaren?
Ja, kalkhaltiges Wasser schadet gefärbten oder blondierten Haaren stärker, weil ihre Schuppenschicht bereits geöffnet ist und mehr Mineralien festhält als eine gesunde Faser. Der Calciumfilm hält die Schuppen angehoben, die Pigmente wandern beim Waschen aus und die Farbe verblasst schneller, mit Kupferstich bei Braun und Gelbstich bei Blond. Nutzen Sie vor der Coloration ein Shampoo mit Chelatbildnern, spülen Sie lauwarm, machen Sie ab der zweiten Wäsche eine saure Rinse und spülen Sie über 14 °dH zum Schluss mit destilliertem Wasser.
Kalk setzt sich bei jeder Dusche auf Ihren Haaren ab, und die Ansammlung macht sie rau, stumpf und brüchig, ohne dass sie ausfallen. Prüfen Sie zuerst die Härte an Ihrem Wohnort, dann bauen Sie die lösenden Schritte ein: saure Rinse, regelmäßiges Klärshampoo, destilliertes Wasser als letzte Spülung, und eine Enthärtungsanlage, wenn Sie dauerhaft über 17 °dH liegen. Riecht es unter der heißen Dusche außerdem nach Schwimmbad, spielt das Chlor Ihres Versorgers bei stumpfen Haaren mit, und genau diesen Punkt behandelt unser Duschkopf mit Filter, mit 100 Tagen zum Testen an Ihren eigenen Haaren.


