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Kalkhaltiges Wasser und Haut: Was Kalk mit Ihrer Hautbarriere macht

Frau von hinten unter der Dusche, Hand auf der Schulter, Kalkspuren auf der Glaswand

Kalkhaltiges Wasser und Haut: Der Zusammenhang ist real, und er beruht auf einer einfachen chemischen Reaktion. Das Calcium im harten Wasser verbindet sich mit den Tensiden aus Duschgel und Seife zu einem unlöslichen Rückstand, der nach dem Abspülen auf der Haut bleibt. Dieser Film und der höhere pH-Wert des Wassers schwächen die Hautbarriere, die Haut spannt und juckt. Bei Menschen mit Neurodermitis fällt das besonders ins Gewicht.

Eine 2016 im Journal of Allergy and Clinical Immunology veröffentlichte Studie des King's College London fand bei Säuglingen in Regionen mit hartem Wasser ein um bis zu 87 % höheres Risiko für Ekzeme. Bei Ondée arbeiten wir an dem Wasser, das jeden Morgen Ihre Haut berührt, mit einem Wasserfilter für die Dusche, der Chlor zurückhält, falls Ihr Versorger chlort. Und wir erklären lieber genau, was Kalk mit der Haut macht und was ein Filter nicht kann. Wenn es Ihnen um Juckreiz allgemein geht, also um Ursachen jenseits des Kalks, lesen Sie unseren Ratgeber, warum die Haut juckt nach dem Duschen.

Kalkhaltiges Wasser und Haut: Was unter der Dusche passiert

Hartes Wasser greift die Haut an, weil es verhindert, dass sich Seife vollständig abspülen lässt. Calcium- und Magnesium-Ionen reagieren mit den Tensiden im Duschgel zu unlöslichen Salzen. Das sind die bekannten weißen Spuren an der Duschwand, nur dass sich der Belag diesmal auf Ihnen absetzt.

Den Mechanismus hat das Team um Dr. Simon Danby von der Universität Sheffield und dem King's College London untersucht, veröffentlicht 2018 im Journal of Investigative Dermatology. Calcium bindet Tenside wie Natriumlaurylsulfat, macht sie unlöslich, und diese Moleküle schlagen sich auf der Haut nieder, statt mit dem Wasser abzufließen, so die Studie von Danby und Kollegen. Ein Tensid ist dafür gemacht, Fett zu lösen. Bleibt es auf der Haut, arbeitet es also an Ihrem eigenen Hydrolipidfilm weiter. Ein Hinweis zur Einordnung: Die Studie wurde von einem Hersteller von Enthärtungsanlagen mitfinanziert. Das entwertet die Messungen nicht, gehört aber zur Wahrheit.

Auch der pH-Wert spielt mit. Die Hautoberfläche ist sauer, mit einem mittleren pH-Wert unter 5, um 4,7 nach einer Übersichtsarbeit von Lambers und Kollegen (International Journal of Cosmetic Science, 2006), während hartes Wasser alkalisch ist. Bei höherem pH arbeiten die Enzyme schlechter, die die Barriere reparieren, Reizstoffe und Bakterien haben leichteres Spiel. Hartes Wasser hinterlässt also eine durchlässigere, trockenere und reaktivere Haut, die oft schon beim Abtrocknen juckt, vor allem nach einer heißen Dusche.

Kalk, Haut und Neurodermitis: Was Studien zeigen

Der Zusammenhang zwischen hartem Wasser, Neurodermitis und Juckreiz wurde vor allem in Großbritannien untersucht, wo ein großer Teil der Bevölkerung hartes Wasser bekommt. Beim Risiko sind die Ergebnisse deutlich, bei der Behandlung viel weniger. Man sollte also beide Seiten kennen.

Zum Risiko: Die EAT-Studie (Perkin und Kollegen, 2016) begleitete 1.300 Säuglinge im Alter von drei Monaten. Wer in einem Haushalt mit calciumcarbonatreichem Wasser lebte, hatte ein um bis zu 87 % höheres Ekzemrisiko, unabhängig vom Chlor. Der Dermatologe Carsten Flohr, Mitautor der Studie, blieb vorsichtig: Ob Calciumcarbonat die Hautbarriere direkt schädigt, sei noch nicht geklärt. Die Arbeit von Danby und Kollegen zeigte anschließend, dass Menschen mit einer Mutation im Filaggrin-Gen, die bei einem erheblichen Teil der Neurodermitis-Betroffenen vorkommt, deutlich stärker auf hartes Wasser reagieren.

Zur Behandlung: Die SWET-Studie der Universität Nottingham (2011) installierte bei 336 Kindern zwischen 6 Monaten und 16 Jahren mit Ekzem für 12 Wochen eine Enthärtungsanlage. Ergebnis: kein objektiver Unterschied im Schweregrad zwischen Kindern mit und ohne Anlage, beide Gruppen verbesserten sich ähnlich. Enthärtetes Wasser hat eine bestehende Neurodermitis also nicht geheilt, auch wenn viele Eltern eine Besserung empfanden. Die unabhängige Gesundheitsinformation des IQWiG (gesundheitsinformation.de) beschreibt die Neurodermitis als chronische Erkrankung mit vielen Auslösern, bei der die tägliche Basispflege die Grundlage der Behandlung bildet.

Gläserne Duschwand voller weißer Kalkflecken und unzähliger kleiner Wassertropfen

Babys und Kleinkinder: Warum die Wasserhärte früh zählt

Die Haut von Säuglingen ist dünner und ihre Barriere noch unreif, deshalb reagiert sie empfindlicher auf alles, was nach dem Baden auf ihr zurückbleibt. Genau in dieser Gruppe hat die EAT-Studie den deutlichsten Zusammenhang mit hartem Wasser gefunden.

Daraus folgt kein Grund zur Panik, aber ein paar vernünftige Gewohnheiten, die in jedem Fall der Hautpflege entsprechen. Wer in einer Region mit hartem Wasser lebt und ein Baby mit trockener oder geröteter Haut hat, sollte die Wasserhärte bei der nächsten Untersuchung erwähnen, Kinderärztinnen und Kinderärzte können die Pflege dann darauf abstimmen.

Hände einer Mutter cremen den Arm eines in Leinen gehüllten Kindes mit neutraler Creme ein

Hartes Wasser, Haut und Chlor: Wer ist schuld?

Bei gereizter Haut nach dem Duschen kommen zwei Verdächtige in Frage, und sie werden nicht auf dieselbe Weise behandelt. Kalk ist ein mineralischer Rückstand, der auf der Haut bleibt. Chlor ist ein flüchtiges Desinfektionsmittel, das unter heißem Wasser verdampft und die Haut austrocknet, während es entweicht.

Anders als in manchen Nachbarländern ist Chlor im Trinkwasser in Deutschland nicht überall ein Thema: Viele Versorger liefern ihr Wasser ohne Chlorung, andere desinfizieren dauerhaft oder zeitweise mit Chlor oder Chlordioxid. Kalk dagegen betrifft weite Teile des Landes, von Franken über das Rhein-Main-Gebiet bis nach Berlin. Wer nach „kalkhaltiges Wasser Haut“ sucht, beschreibt deshalb meist genau diesen Seifenrest, ohne es zu wissen.

Die Tabelle hilft beim Sortieren. Lesen Sie sie mit Ihrem eigenen Bad vor Augen.

MerkmalKalk (hartes Wasser)Chlor (Desinfektion)
Was es istGelöste Calcium- und Magnesium-IonenFreies Chlor oder Chlordioxid, flüchtig
Hinweis im BadWeiße Spuren, Seife schäumt wenigSchwimmbadgeruch bei heißem Wasser
Wirkung auf die HautSeifenrest, Film, höherer pH-WertAustrocknen, Spannen, Rötung
Betroffen in DeutschlandWeite Teile des Landes, je nach GesteinNur wo der Versorger desinfiziert
Wie Sie es prüfenHärtebereich in °dH beim VersorgerAufbereitungsstoffe in der Trinkwasseranalyse
Was hilftEnthärtungsanlage, Syndet, gründliches AbspülenDuschfilter mit Aktivkohle und Vitamin C
Was nicht hilftKein DuschfilterEnthärtungsanlage (sie hält kein Chlor zurück)

Wo ein Versorger chlort und das Wasser zugleich hart ist, addieren sich beide Faktoren. Auf unserer Seite zum Duschfilter steht genau, was eine Kartusche zurückhält und was sie durchlässt, Kalk eingeschlossen.

Wie hart ist Ihr Wasser? Haut und Wasserhärte nach Stadt

In Deutschland und Österreich misst man die Härte in Grad deutscher Härte: 1 °dH entspricht 10 mg Calciumoxid pro Liter. Nach dem Wasch- und Reinigungsmittelgesetz gilt Wasser unter 8,4 °dH als weich, von 8,4 bis 14 °dH als mittel und darüber als hart. Den Härtebereich muss jeder Versorger mindestens einmal im Jahr veröffentlichen.

Ob Ihr Wasser hart ist, hängt vom Gestein ab, durch das es fließt. Die Tabelle zeigt die Richtwerte, die wir für große Städte veröffentlichen, und was das für empfindliche Haut bedeutet. Den Wert für Ihre Postleitzahl finden Sie auf unserer Seite zur Wasserhärte nach PLZ.

StadtHärte (°dH)HärtebereichFür empfindliche Haut
Nürnberg18HartSeifenrest deutlich, Syndet und Basispflege besonders wichtig
Berlin17Hart, je nach BezirkSpannen nach dem Duschen häufig, Bezirk prüfen
Wiesbaden17HartWie Berlin, kurz und lauwarm duschen
München15 (SWM: im Mittel 15,8)HartSpürbar bei trockener und atopischer Haut
Köln15HartSpürbar bei trockener und atopischer Haut
Leipzig13MittelErste Spannungsgefühle bei trockener Haut
Hannover11MittelMeist unproblematisch
Stuttgart9Mittel (Bodenseewasser)Kalk erklärt Juckreiz hier selten
Bremen8WeichAndere Ursachen suchen
Wien6 bis 12, in einzelnen Bezirken bis 20Weich bis mittelMeist unproblematisch, Bezirk prüfen

Wer von Bremen nach Nürnberg zieht, bekommt also gut doppelt so hartes Wasser auf die Haut, ohne an seinen Produkten etwas zu ändern (und auf die Haare, siehe kalkhaltiges Wasser und Haare). Bei Ondée sehen wir, dass viele das Problem erst nach einem Umzug bemerken, wenn eine bis dahin ruhige Haut innerhalb weniger Wochen zu spannen beginnt. In der Schweiz wird die Härte übrigens in französischen Graden (°fH) angegeben, die Werte Ihrer Gemeinde finden Sie bei der Gemeinde oder in der Trinkwasser-Datenbank des SVGW.

Dasselbe Wasser landet auch im Duschkopf: Wer dort weiße Ränder sieht, sollte den Duschkopf entkalken, denn verkalkte Düsen sprühen ungleichmäßig. Und wer neben gereizter Haut auch trockene Haare hat, findet in unseren Haar-Ratgebern die passende Routine, bis hin zu der Frage, wie oft Sie Ihre Haare waschen sollten.

Schälchen mit Kalkflocken und dampfendes Glas heißes Wasser auf einer Travertinbank

Kalkhaltiges Wasser, Haut juckt: Was tun unter der Dusche?

Wenn kalkhaltiges Wasser die Haut jucken lässt, ist der erste Hebel die Art, wie Sie sich waschen, nicht die nächste Creme. Vier Stellschrauben machen in zwei bis drei Wochen einen Unterschied: Temperatur, Dauer, Waschprodukt und Pflege direkt danach.

Heißes Wasser ist der Hauptverdächtige, weil es den Hydrolipidfilm löst und, wo gechlort wird, gleichzeitig Chlor freisetzt. Peilen Sie lauwarmes Wasser um 32 bis 35 °C an, das den Spiegel nicht beschlagen lässt, und wenn Sie mögen, gönnen Sie sich einen kühleren Abschluss. Dann kürzer duschen: Fünf Minuten reichen zum Waschen, und jede weitere Minute unter hartem Wasser hinterlässt mehr Rückstand. Bei Ondée sehen wir, dass die lange, heiße Abenddusche die Gewohnheit ist, die unsere Kundinnen und Kunden am schwersten aufgeben, und die, die am meisten verändert, wenn es gelingt.

Das Waschprodukt zählt genauso. Eine klassische, alkalische Seife reagiert stärker mit Calcium als ein Syndet, also ein seifenfreies Waschstück oder eine Waschlotion mit hautnahem pH-Wert und milden Tensiden. Auch Duschöle, wie man sie aus der Neurodermitis-Pflege kennt, schäumen kaum und hinterlassen weniger Seifenrest. Spülen Sie länger ab, als Sie es für nötig halten, vor allem in Ellenbeugen, Kniekehlen und Achseln, wo sich der Rückstand sammelt. Tupfen statt rubbeln, und innerhalb von drei Minuten eine rückfettende Basispflege auf die noch leicht feuchte Haut, um das Wasser einzuschließen.

Hand hält ein Wasserglas neben einem Schälchen mit Kalkring und einer gerollten Karte

Enthärtungsanlage oder Duschfilter: Was hilft wogegen?

Kalk und Chlor brauchen unterschiedliche Lösungen, und wir sagen es ohne Umschweife: Nur eine Enthärtungsanlage am Hausanschluss senkt die Wasserhärte. Ein Duschfilter, unserer eingeschlossen, hält Chlor, Gerüche und einen Teil der Schwebstoffe zurück, aber gelöster Kalk fließt hindurch.

Die Enthärtungsanlage tauscht am Hauseingang Calcium-Ionen gegen Natrium-Ionen. Sie schützt auch Boiler und Armaturen und braucht regelmäßige Wartung, etwa Regeneriersalz und Hygiene des Harzes. In Mietwohnungen ist der Einbau meist Sache des Vermieters, und die SWET-Studie erinnert daran, dass sie ein bestehendes Ekzem bei Kindern nicht zurückgedrängt hat. Trotzdem bleibt sie die einzige ernsthafte Antwort auf echtes hartes Wasser, vor allem über 17 °dH oder bei atopischer Haut, wenn man sie mit der Hautärztin oder dem Hautarzt abgewogen hat.

Der Duschfilter arbeitet auf einem anderen Feld. Unser Duschkopf mit Filter für 99 € hat eine zweistufige Kartusche: eine 148 mm lange Hülse aus Aktivkohlefaser, die Chlor und Gerüche reduziert und Schwebstoffe zurückhält, dann einen Vitamin-C-Kern, der restliches Chlor neutralisiert. Er wird in zwei Minuten von Hand auf einen G½-Anschluss geschraubt, die Kartusche hält etwa drei Monate und ist in zehn Sekunden gewechselt. Wir nennen keinen Prozentwert für die Chlorreduktion, solange ihn kein unabhängiges Labor gemessen hat, und wir versprechen nichts beim Kalk. Spannt Ihre Haut vor allem unter heißem, nach Schwimmbad riechendem Wasser, ist das die richtige Spur. Juckt sie bei 18 °dH ohne jeden Chlorgeruch, reicht der Filter nicht.

Wann sollten Sie zur Hautärztin oder zum Hautarzt?

Wenn kalkhaltiges Wasser die Haut reizt, beruhigt sie sich meist innerhalb weniger Wochen, sobald die Duschgewohnheiten stimmen. Ist das nicht der Fall, liegt die Ursache woanders, oder der Kalk ist nur ein Faktor unter mehreren, und eine ärztliche Einschätzung ist fällig.

Manche Zeichen sollten Sie ohne Zögern zum Termin bewegen: rote Stellen, die nässen oder einreißen, Juckreiz, der Sie nachts weckt, Juckreiz ohne sichtbare Hautveränderung (der eine innere Ursache haben kann) oder Juckreiz bei einem Säugling. Neurodermitis lässt sich diagnostizieren und behandeln, und kein Wasser, ob gefiltert oder enthärtet, ersetzt diese Begleitung.

Die Hautärztin oder der Hautarzt wird auch nach anderen Auslösern suchen: Waschmittel, Textilien, Kontaktallergene, altersbedingt trockene Haut oder eine Allgemeinerkrankung. Viele Menschen spüren weniger Unbehagen, wenn sie Wasser und Gewohnheiten anpassen, aber wenn der Juckreiz trotzdem bleibt, verdient er eine Diagnose.

Häufige Fragen zu kalkhaltigem Wasser und Haut

Kann kalkhaltiges Wasser am ganzen Körper Juckreiz auslösen?

Ja, weil sich der an Calcium gebundene Seifenrest überall absetzt, wo Wasser und Duschgel hinkommen. Der Juckreiz konzentriert sich oft auf Beine, Arme und Hautfalten, wo die Haut trockener ist oder schlechter abgespült wird, aber auch Kopfhaut und Gesicht können spannen. Juckt der ganze Körper ohne jede Rötung und auch an Tagen ohne Dusche, ist Kalk wahrscheinlich nicht die einzige Erklärung, und eine Ärztin oder ein Arzt sollte nach einer anderen Ursache suchen. Ein einfacher Test: zwei Wochen lang ein Syndet statt Seife verwenden und die Temperatur senken.

Kalkhaltiges Wasser, Haut juckt: Was tun?

Ändern Sie zuerst die Dusche selbst: lauwarm statt heiß, etwa 32 bis 35 °C, höchstens fünf Minuten, ein seifenfreies Syndet oder ein Duschöl statt klassischer Seife, gründliches Abspülen vor allem in den Hautfalten und innerhalb von drei Minuten eine rückfettende Basispflege auf die feuchte Haut. Diese Schritte verringern den Seifenrest, den Calcium auf der Haut bindet, und stützen die Barriere. Hilft das nach drei bis vier Wochen nicht, lohnt ein Gespräch mit der Hautärztin oder dem Hautarzt und, bei sehr hartem Wasser, die Überlegung einer Enthärtungsanlage.

Entfernt ein Duschfilter Kalk aus dem Wasser?

Nein, und das sagen wir klar. Kalk besteht aus gelösten Calcium- und Magnesium-Ionen, und kein Duschfilter hält sie zurück, egal zu welchem Preis oder von welcher Marke: Sie fließen durch Aktivkohle genauso wie durch Vitamin C. Ein Duschfilter hält Chlor, Gerüche und einen Teil der Schwebstoffe zurück, was das Austrocknen unter heißem Wasser verringern kann, falls Ihr Versorger chlort. Um die Härte zu senken, braucht es eine Enthärtungsanlage am Hausanschluss. Juckt Ihre Haut wegen sehr harten Wassers, kann der Filter die richtigen Gewohnheiten ergänzen, ersetzt aber nicht die Behandlung des Kalks.

Kann kalkhaltiges Wasser Neurodermitis auslösen?

Kalk löst Neurodermitis nicht aus, kann sie aber verstärken und erhöht bei Säuglingen das Risiko. Die EAT-Studie des King's College London (2016) fand in Haushalten mit hartem Wasser ein um bis zu 87 % höheres Ekzemrisiko bei drei Monate alten Babys, und Danby und Kollegen zeigten 2018, dass an Calcium gebundene Tenside die Hautbarriere schädigen, besonders bei Menschen mit Filaggrin-Mangel. Umgekehrt fand die SWET-Studie (2011) bei 336 Kindern keine Besserung eines bestehenden Ekzems durch eine Enthärtungsanlage. Neurodermitis gehört in dermatologische Begleitung, und das Wasser ist einer der Faktoren, die man dort besprechen sollte.

Sollte man bei kalkhaltigem Wasser nicht mehr täglich duschen?

Nicht unbedingt, aber die Dusche sollte kürzer und lauwarm werden. Tägliches Waschen schadet der Haut an sich nicht. Was ihr schadet, sind zehn Minuten unter heißem, hartem Wasser mit einer alkalischen Seife. Wechseln Sie zu fünf Minuten bei 32 bis 35 °C, mit einem Syndet und gründlichem Abspülen, und cremen Sie die feuchte Haut danach ein. Bleibt die Haut trotzdem sehr trocken, können Sie den ganzen Körper nur jeden zweiten Tag waschen und an den anderen Tagen nur die Stellen, die es brauchen, wie es Dermatologen bei atopischer Haut häufig empfehlen.

Kalkhaltiges Wasser und Haut: Das Calcium im Wasser verwandelt Ihr Duschgel in einen Rückstand, der auf der Haut haftet und den pH-Wert der Hautoberfläche anhebt. Prüfen Sie zuerst die Härte an Ihrem Wohnort, dann passen Sie Ihre Gewohnheiten an: lauwarm, fünf Minuten, Syndet, gründlich abspülen und Basispflege innerhalb von drei Minuten. Behandeln Sie dann jeden Reizfaktor mit dem passenden Werkzeug, die Enthärtungsanlage für den Kalk, den Duschfilter für das Chlor, falls Ihr Versorger chlort, und gehen Sie zur Hautärztin oder zum Hautarzt, wenn der Juckreiz bleibt. Eine Frage zu Ihrem Wasser oder dazu, was unsere Kartusche zurückhält? Unser Team antwortet Ihnen über die Hilfe-Seite von Ondée.

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